Herbstzeit ist Erntezeit – good vibes weil hand made

Oder nicht? Das Jahr der Superlative brachte uns die früheste Ernte überhaupt. Auf Grund der frühen Blüte und rasch fortschreitenden Reife starteten wir bereits am 20. August. In der ersten Erntewoche, angepasst an die tropischen Tagestemperaturen, begannen wir bereits um 6 Uhr früh und ernteten bis zur Mittagsstunde. Dadurch konnten wir die kühlen Morgenstunden einfangen, was für die Trauben als auch für uns angenehmer war. Natürlich wurden alle Weingärten von Hand gelesen. Rund 20 Mitarbeiter unterstützten uns mit geschultem Blick, sorgfältiger Hand und vor allem Spaß an der Arbeit.  All das um wiederum reife, gesunde Trauben zu ernten und schlussendlich hohe Qualität zu garantieren. Denn alle Moste wurden streng nach Demeter Vorschrift und aus Überzeugung spontan vergoren, was ein gesundes und reifes Traubenmaterial bedingt. Insgesamt dauerte die Ernte 6 Wochen. Der wunderbare, sonnige Herbst hat es erlaubt, dass wir entspannt auf die optimale Reifephase der jeweiligen Sorte und Lage warten konnten. Den optimalen Reifezeitpunkt überprüfen wir täglich.

 

 

Einerseits gibt es die analytischen Parameter. Wir sammeln 100 Beeren (50 von der Sonnenseite und 50 von der Schattenseite), pressen den Saft und messen das Gewicht, die Säure, den Ph-Wert und den Zuckerwert. Doch viel ausschlaggebender ist die sensorische Überprüfung. Der Weingarten gibt Signale ab, wann er seine „Kinder“ los lassen will. Das Beobachten der Triebspitzen, das Begutachten der Stiele, der Traubenkerne und des Fruchtfleisches ist wichtig. Entscheidend ist aber der Geschmack. Die Trauben täuschen nicht. Schon der Geschmack der Trauben verrät und lässt uns erahnen wie der Wein schmecken kann. Dies ist für mich ein wesentlicher Punkt, der die persönliche Handschrift des Winzers ausdrückt. Erkennen des Potenzials, das im Weingarten steckt und wie ich dieses im Keller herausarbeiten kann, das sind die spannenden Fragen und Herausforderungen während der Ernte. Im Keller gilt es mit gleicher Sorgfalt vorzugehen. Tägliches Riechen, Schmecken und Verkosten der Moste (meistens schon um 7 Uhr Früh) und sanftes, sauberes Verarbeiten der Maische ist notwendig, wann wird gepresst? Wann wird von der Hefe abgezogen? Wie entwickeln sich die Tannine und Aromen? Spannend die Veränderung von Tag zu Tag.  Einige Rotweine liegen noch auf der Maische, das reife Tannin des Jahrgangs erlaubt dies.

Also sind wir weiterhin am Verkosten und grüßen Euch aus dem Keller mit „Auf Euer Wohl!“ von freudvollen Herzen