„Der Jahrgang 2018“

Der Sommer hat in der Natur schon längst begonnen. Dem kältesten Frühlingsbeginn seit der Messzeiten folgte der wärmste  April und Mai seit 170 Jahren! Das hat sich natürlich in der Pflanzenwelt ausgewirkt. Die Reben sind im super Turbotempo gewachsen. Die Blüte ist schnell und gut verlaufen. Die Verfärbung  hat bereits  3 Wochen früher eingesetzt und wenn man der Regel folgt: 40 Tage nach der Verfärbung ist Erntebeginn, so erwarten wir einen ungewöhnlich frühen Erntebeginn schon in der dritten Augustwoche

„Das schnelle Wachstum der Rebe hat uns gefordert. Drei Arbeitsgänge wurden gleichzeitig verrichtet: Abputzen des Stammes, Reinstricken der Blätter in das Drahtgestell und Entfernen der Doppeltriebe und Zweittrauben. 60 % des Erfolges der biologischen Anbauweise entspringt der Handarbeit. Diese muss geschult und genau durchgeführt werden. Die „Stockhygiene“ bedeutet, dass die Laubwand luftig ist, damit keine unnötige Feuchtigkeit und somit Pilzgefahr entsteht.  Obendrein soll jedes Blatt  besonnt sein und somit der Traube  Energie liefern. Die Morgensonne Seite der Trauben wurde entblättert, damit diese durch die sanften Sonnenstrahlen und der Wind getrocknet werden. Die Traubenmenge muss der Kraft des Stockes und der Witterung angepasst werden. Alles Schritte, die mit Bedacht Stock für Stock mit geschultem Auge und geschickter Hand durchgeführt werden.  Alles in Erwartung einer frühen, aber wie es scheint sehr guten Ernte!“

Im Frühling haben wir einen großen Schritt auch in Richtung Zukunft gemacht: Im Mai wurden 2  Weingärten neu ausgepflanzt. Auf der großartigen Lage Thenau stehen neben den alten Reben nun ein junger Blaufränkisch sowie ein schöner Chardonnay Weingarten. Die Reben haben sich trotz der Trockenheit gut im Boden angewurzelt. Die Vorbereitung des Bodens mit den biodynamischen Präparaten war dafür sehr hilfreich. Stöcke, Pfähle, Drahtgerüst alles musste neu gemacht werden. Jetzt heißt es die  junge Reben anbinden und abwarten. Ab dem dritten Jahr werden wir die erste Ernte einbringen. Den klimatischen Bedingungen angepasst haben wir zusätzlich 2 Weingärten umveredelt. Aus St. Laurent wurden Pinot Blanc – Reben und aus Zweigelt Chardonnay-Reben. Wie geht das?

Das Edelreis wurde im Winter selektioniert, geschnitten und dann sofort im Kühlhaus eingelagert. Im Frühling wurden die Reben für die Veredelung vorbereitet, handbreit die Rinde abgeputzt und die Triebe abgeschnitten, im Juni nun die  Augen vom Edelreis ausgeschnitten und durch eine spezielle Schnitttechnik am Stock eingesetzt.  Schon im nächsten Jahr ist die erste Ernte der neuen Sorte zu erwarten, von alten Wurzeln mit neuem Geschmack!“